Warum eine gute Teamkultur mindestens so wichtig ist wie eure Kunden

Ein gutes Team steigert den Erfolg der Apotheke

Ihr Impuls: Erkennen Sie, warum die besten Konzepte nichts bringen, wenn das Team nicht mitzieht. Trotzdem wird die Personalführung in vielen Apotheken nur als Nebensache angesehen. Das ist Ihre Chance!

Wenn Sie Apothekeninhaber sind dann haben Sie dies bestimmt nicht gemacht, um irgendwann mal „in Führung“ zu kommen. Die häufigsten Gründe für die Selbstständigkeit sind eher der Drang, seine Ziele und Ideen umzusetzen, sich etwas aufzubauen und natürlich auch um mehr Geld zu verdienen, und sich (vielleicht irgendwann mal) die Zeit etwas freier einteilen zu können.

Auch der Übergang vom Apotheker zum Filialleiter ist häufig nicht aus der Motivation entstanden, Mitarbeiter zu führen. Manchmal rutscht man auch nur so in diese Position, wenn die vorherige Filialleitung kündigt oder schwanger wird, und der Chef dann solange Überzeugungsarbeit leistet bis man zusagt.

Aber Mitarbeiterführung ist natürlich ein ganz entschiedener Teil der täglichen Arbeit! Sobald Sie Inhaber oder Filialleiter sind, führen Sie auch, egal ob es Ihnen nun bewusst ist oder nicht. Kaum jemand lernt wirklich systematisch wie man ein Team aufbaut.

Führung ist Chefsache, nicht Nebensache.

Gute Führung als Chance

Und genau das sehe ich als eine der größten Chancen für die Apotheken, die diesen Teil gut hinbekommen. Eine Kultur zu schaffen, die echtes Teamwork ermöglicht.

Ein breites pharmazeutisches Wissen, Click&Collect und guten Kundenservice bieten mittlerweile die meisten Apotheken. Aber Mitarbeiter, die es auch leben und dem Kunden vermitteln können sind immer noch ein Alleinstellungsmerkmal.

Ohne gutes Teamwork kann das Wissen und der Service gar nicht an den Patienten gebracht werden, und die Technik kann hier auch kaum etwas aufholen. Was helfen die besten Konzepte und perfekte Marketingmaßnahmen, wenn Kunden in die Apotheke kommen und auf unmotivierte Mitarbeiter treffen? Wenn also eine positive Erwartungshaltung geschaffen wird, und der Kunde dann enttäuscht wird.

Bevor Sie von der KI, der künstlichen Intelligenz profitieren, nutzen Sie doch erstmal die PI, die persönliche Intelligenz jedes Mitarbeiters! Glückliche Mitarbeiter tragen die gute Stimmung nach außen. Und Kunden lieben Geschäfte, wenn Sie dort einen guten Teamspirit spüren! Wer fair mit seinen Mitarbeitern umgeht, wird auch fair mit den Kunden umgehen.

Wie wäre es mal mit dem Einsatz von persönlicher Intelligenz statt auf die künstliche Intelligenz zu warten?

Wir haben in unseren Apotheken über Jahre an unserer Teamkultur geschliffen, und klar: auch heute noch. Denn Teamkultur ist nicht einfach da, sondern muss wie eine gute Partnerschaft gepflegt werden. Das hört sich nach viel Arbeit an, ist es aber gar nicht. Irgendwann sind die neuen Strukturen und Abläufe so gefestigt, dass sie sich beinahe von selbst erneuern.

Hierdurch konnten wir uns mit der Zeit einen Namen in der Region machen, nicht nur gegenüber unseren Kunden, sondern vor allem im Personalbereich. Viele Mitarbeiter haben Freunde oder Bekannte, die sofort informiert werden möchten wenn bei uns eine Stelle frei wird. Wir haben auf unserer Apotheken-Website eine Karriereseite eingerichtet, auf der wir sogar einen Newsletter für offene Stellen anbieten – und mittlerweile haben sich dort dutzende Interessenten angesammelt.

Dadurch bekommen wir nicht nur schneller Bewerber. Wir bekommen auch die Richtigen.

Weniger Kündigungen, öfter gesund

Aber eine gute Teamkultur macht sich vor allem bei den bestehenden Mitarbeitern bemerkbar. Jeder Apothekeninhaber kennt das: am Montagmorgen klingelt das Handy und der Name eines Mitarbeiters taucht im Display auf. Das heißt: Laufschuhe anziehen, wieder jemand krank. Für mich ist das eine der nervigsten Situationen, denn der schön geplante Arbeitstag löst sich mit einem Puff! ins Nichts auf.

Mitarbeiter sind aber tatsächlich deutlich seltener krank, wenn die Stimmung im Team gut ist. Das ist nicht nur bei uns und nicht nur in Apotheken so, sondern in jeder Firma. Die Mitarbeiter spüren einfach eine tiefere Verantwortung, und kommen gerne zur Arbeit.

Laut dem Bielefelder Gesundheitswissenschaftler Bernhard Badura und einer AOK-Studie (2016) erhöhen Fehlzeiten und Leistungsbeinträchtigung durch Krankheit die Personalkosten um 15 Prozent. Dagegen sind Mitarbeiter, die sich als Teil eines tollen Teams fühlen und den Sinn in ihrer Arbeit sehen, bis zu 15 Tage weniger krank pro Jahr! Dazu kommt eine deutliche Abnahme der Fluktuation, Kündigungen gehen um enorme 87% zurück.

Ein gutes Arbeitsklima wirkt sich demnach auch deutlich auf den Gewinn aus, denn der Wechsel einer PTA oder eines Apothekers kostet durch Überlappung, Einarbeitungszeit und Ähnliches schnell mehrere tausend Euro.

Low Performer werden wieder aktiviert

In einer Apotheke, wo der Chef jede Entscheidung alleine trifft, sind Mitarbeiter pure „Befehlsempfänger“. Die Zeiten, in denen ein Superhirn im Büro sitzt und über alles alleine die Kontrolle haben möchte, sind aber einfach vorbei.

Zum einen, weil die Informationsflut so stark geworden ist, dass man sie alleine nicht mehr bewältigen kann. Die Anforderungen sind inzwischen zu vielseitig und komplex. Zum anderen, weil es keine einfachen „Befehlsempfänger“ mehr gibt auf dem Arbeitsmarkt. Und das ist auch gut so, denn die allermeisten Mitarbeiter haben ganz außergewöhnliche Fähigkeiten! Aber anstatt diese Fähigkeiten zu wecken und im Betrieb zu nutzen, gibt es meistens eine schulähnliche Normierung.

Dabei ist der Vorteil enorm, wenn die Verantwortung auf verschiedene Köpfe und kleine Teams aufteilt wird! Wir haben Experten, Coaches und Ressorts in der Apotheke, die weitestgehend eigenverantwortlich handeln. Hierdurch kam es zu einer Win-Win-Situation: Uns wurde sehr viel Arbeit abgenommen, und die Mitarbeiter konnten sich individuell entfalten. Jetzt können sie neben ihrem normalen Job im HV noch Bereiche mit gestalten, in denen sie ihre persönlichen Interessen und Stärken ausspielen konnten. Dadurch wurden im Alltag eher durchschnittlich engagierte Mitarbeiter plötzlich zu Teamplayern, die andere durch ihre Begeisterung mitzogen.

Nur wenn die Motivation von innen kommt, werden Mitarbeiter auch langfristig motiviert. Der Einfluss von externen Coaches sinkt spätestens nach einigen Wochen wieder spürbar ab.

Eine gute Teamkultur trägt also entscheidend dazu bei, dass die Mitarbeiter arbeiten WOLLEN und die Apotheke voranbringen WOLLEN. Und ist es nicht genau das, was Sie als Chef auch WOLLEN?

Fazit

Die Teamkultur ist entscheidend dafür verantwortlich, ob Ihre Apotheke läuft und bestimmt gleichzeitig auch ob es Ihnen Spaß macht. Denn eine tolle Gemeinschaft ist auch für den Chef schöner, nicht nur fürs Team.

  1. Kunden lieben Geschäfte mit einem guten Teamspirit.
  2. Teamwork ist häufig ein Alleinstellungsmerkmal.
  3. Sie können offene Stellen schneller besetzen – und mit den richtigen Leuten.
  4. Mitarbeiter sind seltener krank und dem Unternehmen deutlich treuer.
  5. Leistungsschwache Mitarbeiter werden vom Team mitgezogen.

Nehmen Sie sich jetzt die Zeit und arbeiten Sie mit Ihrem Team! Die Zeit bekommen Sie später mehrfach zurück – und der Weg ist viel schöner.